Für den Ernstfall am Inn gerüstet

 

Einsatzkräfte demonstrieren im Rahmen einer Übung die grenzüberschreitende Zusammenarbeit

Wie gut die Zusammenarbeit zwischen den Einsatzkräften der Blaulichtorganisationen jenseits und diesseits des Inns funktioniert und welche technischen Gerätschaften Verwendung finden, demonstrierten Einsatzgruppen aus dem Bezirk Braunau und die Retter aus Simbach zusammen mit Helfern aus der Region am Freitagnachmittag. Einsatzort war die Bootsanlegestelle am Inn zwischen Eisenbahn- und Innbrücke. Um was es bei der Übung genau ging, erläuterte Brandrat Johann Treiblmaier vom Feuerwehrbezirkskommando Braunau. Bei einem Leistungsbewerb wurde die Idee für die Übung geboren, sich noch besser kennenzulernen, um im Ernstfall effektiver und schneller reagieren zu können.

Unterschiede in derRettung vorgestellt; Wichtig sei laut Treiblmaier zu wissen, was und wo sich die ganzen Gerätschaften für die Einsätze befinden und in welcher Qualität und Quantität sie vorhanden sind. Dies gilt für bayerische Einsatzkräfte ebenso wie für die Hilfsorganistionen auf österreichischer Seite. Mit ein Grund für die gemeinsame Übung war auch die Flutkatastrophe 2016, bei der man nur noch reagieren konnte. Viele Fahrzeuge der Rettungskräfte waren zur Übung gekommen. Dass es hier Unterschiede zwischen den Blaulichtorganisationen gibt und es durchaus zu Verzögerungen bei den Einsätzen kommen kam, erläuterte Kreisbrandmeister Manfred Deser. So sollen durch die gemeinsame Übung etwaige Probleme beim nächsten Ernstfall minimiert werden, damit die Kräfte auf beiden Seiten des Inns besser koordiniert werden. Zunächst aber durfte Bürgermeister Klaus Schmid rund 140 Einsatzkräfte an der Bootsanlegestelle begrüßen. Schmid erinnerte daran, dass der Inn nach wie vor für die Innstadt ein großes Gefahrenpotenzial im Hochwasserfall darstellt und dies nicht nur den Simbach betrifft. Wie gut das Zusammenwirken der Einsatzkräfte funktionierte, war laut Schmid bei der Flut erkennbar. Amtskollege Johannes Waidbacher aus Braunau lobte die Einsatzkräfte, die ihre Freizeit zum Wohle und zur Sicherheit der Mitbürger opfern. „Dies geschieht 365 Tage im Jahr rund um die Uhr, was man nicht hoch genug einschätzen kann“, so Waidbacher. Verschiedene Stationen wurden nun aufgebaut, an denen die jeweiligen Betreuer über ihr Fachgebiet referierten und dabei auch gerne Fragen der Helfer beantworteten. So auch an der Digitalfunkstation von Kreisfunkausbilder Jürgen Gschneidner von der Feuerwehr Kirchdorf. Hier ging es um die richtige und optimale Verständigung zwischen den Einsatzkräften auf beiden Seiten.

Deutscher Digitalfunkfür die Österreicher; Die österreichischen Feuerwehren entlang des Inns erhielten auch deutsche Digitalfunkgeräte ausgehändigt, um im Ernstfall schneller miteinander kommunizieren zu können. Stützpunktleiter Kurt Hitzfelder kam mit seinem Team des Taucherstützpunkts 4 aus Weyregg am Attersee zur Großübung. Seine Taucher beteiligen sich unter anderem an Suchaktionen und bei Ölaustritten. Wie die Alarmierung im Ernstfall in Österreich funktioniert, erklärte Gerhard Schrottshamer von der Feuerwehr Überackern. Beteiligt an der grenzüberschreitenden Großübung waren von österreichischer Seite alle Wasser- und Spezialstützpunkte am Inn aus dem Bezirk Braunau. So nahmen die Feuerwehren aus Überackern, Ranshofen, Braunau, St. Peter und Mining mit einem Boot an der Übung teil. Die Feuerwehr aus Mining war mit einer Ölsperre und der Stützpunkt St. Peter mit den Tauchern sowie dem ÖRK vertreten. Auf Simbacher Seite standen die Feuerwehren aus Simbach (Ölzug), Kirchdorf, THW, Wasserwacht, Funkausbildung, OMV-Ölsperre, BRK und Polizei bereit.

Quelle: Walter Geiring

 

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